11. Dezember 2014: KoSSE-Workshop 2014

Eine der aktuellen Problemstellungen in der Industrie ist das Debugging von Embedded Multicore Systems. In der Vergangenheit herrschten im Embedded-Bereich Singlecore-Systeme vor. Die Einführung von Mehrkern-Systemen stellt Entwickler nun vor ganz neue Herausforderungen, wie die Portierung von Software auf Multicore-Systeme und das dazugehörige Debugging. Wir laden Sie herzlich zu unserem diesjährigen KoSSE-Workshop ein. Nutzen Sie die Gelegenheit  und informieren Sie sich über den Stand in Forschung und Industrie. Informieren Sie sich zum Beispiel über Lösungsansätze aus der Automobilindustrie, diskutieren Sie mit Referenten und Teilnehmern über Ihre eigenen Erfahrungen am Donnerstag, 11. Dezember 2014 in den media docks in Lübeck.

Agenda

13:30 Uhr Get Together beim Imbiss
13:55 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Martin Leucker, Universität zu Lübeck
14:00 Uhr Formal Verification of Embedded Code – Applications and Challenges
Thorsten Ehlers, Institut für Informatik, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
14:30 Uhr Static Analysis of Concurrent Automotive Software
Johannes Traub, Daimler AG
15:00 Uhr Pause
15:15 Uhr Vorkehrungen für die effiziente Suche nach Software-Defekten sowie für Performance-Optimierungen in Multicore-Systemen
Alexander Weiss, Accemic GmbH & Co. KG
16:00 Uhr Effiziente Überwachung von
Laufzeiteigenschaften in Soft- und Hardware
Philip Gottschling, TU Darmstadt und
Normann Decker, Universität zu Lübeck
16:30 Uhr WCET on Multicore Processors – Problems and Answers
Simon Wegener, AbsInt Angewandte Informatik GmbH
17:00 Uhr Diskussion beim Imbiss
18:00 Uhr Ende des Workshops

Vorträge und Referenten

Thorsten Ehlers, Institut für Informatik, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Formal Verification of Embedded Code – Applications and Challenge
This talk will introduce some typical concurrency bugs occurring in embedded code. Based on this, it will discuss how formal methods can be applied to find these defects. Here, the talk will especially consider the case of migrating legacy code from single- to multi-core CPUs. Furthermore, they present some code pattern which are typical for embedded code, and discuss their impact on the performance of analysis tools.

Johannes Traub, Daimler AG
Static Analysis of Concurrent Automotive Software
Der Einzug von Multicore-Hardware in Automotive Steuergeräte ermöglicht eine wirkliche parallele Ausführung der Echtzeit-Software. Allerdings birgt diese parallele Ausführung ein stark erhöhtes Risiko für das Auftreten von kritischen Race Conditions. Das Verifikations-Werkzeug MEMICS bietet die Möglichkeit, solche Race Conditions in Automotive Software zu identfizieren. Zusätzlich zur Position des Fehlers wird ein Trace geliefert, welcher die Nachvollziehbarkeit enorm vereinfacht.

Alexander Weiss, Accemic GmbH [&] Co. KG
Vorkehrungen für die effiziente Suche nach Software-Defekten sowie für Performance-Optimierungen in Multicore-Systemen

Selbst bei äußerst sorgfältig programmierten und getesteten Applikation muss davon ausgegangen werden, dass sich auch in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien sowie nach dem Release noch immer Defekte im Programmcode befinden. Deshalb sollten in gut geplanten Projekten Vorkehrungen getroffen werden, um Defekte effizient suchen und beseitigen zu können.
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Klassifizierung von Defekten, ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit vor und nach einem Release sowie ökonomischen Aspekten der Fehlersuche. Weiterhin werden verschiedene Anforderungen an Performance-Optimierungen diskutiert. Voraussetzung dafür ist jeweils eine umfassende Beobachtbarkeit – dies stellt besonders bei Multicore-Systemen eine große Herausforderung dar, da hier die erfassten Abläufe in einzelnen Cores synchronisiert werden müssen, um beispielsweise Wettlaufsituationen untersuchen zu können. Herkömmliche Verfahren wie die Instrumentierung der Software stoßen hier schnell an ihre Grenzen.
Im Vortrag werden Maßnahmen erläutert, die schon beim Entwurf von Hard- und Software getroffen werden sollten, um Multicore-Systeme effizient, flexibel und nicht intrusiv beobachten zu können

Simon Wegener, AbsInt Angewandte Informatik GmbH
WCET on Multicore Processors – Problems and Answers
Bei der Abschätzung der Laufzeit eines Tasks im schlimmsten Fall stellen Mehrkern-Prozessoren eine neue Herausforderung dar.
Dieser Vortrag möchte einige der Probleme aufzeigen, die heutige Multicore-Architekturen mit sich bringen.
Darüber hinaus werden Lösungsansätze vorgestellt, die es ermöglichen sollen, eine Laufzeitabschätzung für zukünftige eingebettete Systeme durchzuführen

Philip Gottschling, TU Darmstadt und Normann Decker, Universität zu Lübeck
Effiziente Überwachung von Laufzeiteigenschaften in Soft- und Hardware
Wir beschreiben das grundsätzliche Vorgehen und Methoden, um Ablaufeigenschaften von Systemen deskriptiv zu spezifizieren und daraus operationale Modelle in Form von sog. Monitoren zu generieren. Ein Monitor verarbeitet Systembeobachtungen und gibt kontinuierlich eine Bewertung hinsichtlich der spezifizierten Korrektheitseigenschaft aus.Um diese in Echtzeit zu überwachen und auszuwerten eignen sich moderne FPGAs, da sie sich beliebig oft neu konfigurieren lassen. Die nicht triviale Hardwarebeschreibung und die damit verbundenen Entwicklungswerkzeuge stellen allerdings für die meisten Nutzer ein großes Hindernis dar. Durch Abstraktion und Integration lässt sich dieses überwinden und stellt diese Technologie einem breiteren Anwenderfeld zur Verfügung.

Veranstaltungsort

media docks
Willy-Brandt-Allee 31a
23554 Lübeck

Anfahrtsskizze
Lageplan Media Docks, Lübeck (Quelle: OpenStreetMap.org)
© OpenStreetMap-Mitwirkende (Lizenz: CC-BY-SA)

Bing Karten
Lageplan Media Docks Lübeck

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Da eine begrenzte Anzahl der Plätze zur Verfügung steht und zur besseren Organisation des KoSSE-Workshops bitten wir um verbindliche Anmeldung bis zum 09. Dezember 2014 unter:

www.diwish.de/termin/kosse

Ausgezeichnet! Sonderpreis „IT“ für KoSSE-Projekt ARAMiS

18.11.2014

Beim Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein hat das Ausgründungsprojekt „RaceGuard“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel den IT-Sonderpreis erhalten. Im Wissenschaftszentrum Kiel wurden am 06. November 2014 bereits zum sechsten Mal herausragende Ideen mit wirtschaftlichem Potenzial aus Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Im Projekt „RaceGuard“ wurde ein Analysewerkzeug für Software in parallelen, eingebetteten Systemen entwickelt. Das Analysewerkzeug ist spezialisiert auf schwer zu lokalisierende Fehler in parallel arbeitendem Code, insbesondere sogenannte Race Conditions. Moderne eingebettete Systeme arbeiten mit multi-core Prozessoren parallel, im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen mit single-core Prozessoren. Eingebettete Systeme sind häufig sicherheitskritisch, d.h. Fehlfunktionen können dramatische Konsequenzen haben. Beispiele für solche Systeme sind Sicherheitssysteme in Autos, Flugzeugsteuerungen oder medizinische Geräte.

Das Projekt „RaceGuard“

Die Vorarbeiten zum Projekt „RaceGuard“ wurden im KoSSE-Verbundprojekt ARAMiS geleistet, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. KoSSE ist der Kompetenzverbund Software Systems Engineering, der die Softwaretechnik-Kompetenzen der Informatik-Fachbereiche an den Universitäten in Kiel und Lübeck mit IT-Unternehmen in Schleswig-Holstein bündelt. Industriepartner bei ARAMiS ist die Daimler AG.

Das Projektteam besteht aus den Informatikern Thorsten Ehlers und Philipp Sieweck, die als Doktoranden am ARAMiS-Projekt (Automotive, Railway and Avionics Multicore Systems) arbeiten. Julian Göller studiert an der CAU Kiel Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Entrepreneurship und Innovationsmanagement. KoSSE-Professor Dr. Dirk Nowotka hat das Projekt fachlich begleitet.

Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein

Der von DiWiSH-Mitglied assono GmbH gestiftete Sonderpreis „IT“ ist mit 1.000 Euro dotiert. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 12.500 Euro ausgeschüttet. Der Ideenwettbewerb wurde in diesem Jahr vom Dr. Werner Jackstädt-Zentrum für Unternehmertum und Mittelstand Flensburg in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) organisiert. Gesucht wurden innovative und zukunftsweisende Ideen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die in Form von Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren das Potenzial für wirtschaftlichen Erfolg haben. Eine Expertenjury aus erfahrenen und hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Fördereinrichtungen bewertete unter anderem die Einzigartigkeit, den Kundennutzen und das Marktpotenzial der jeweiligen Idee sowie deren Bedeutung für Schleswig-Holstein.