KoSSE-Tag 2013: Einladung zum 4. großen Jahrestreffen des Kompetenzverbundes Software Systems Engineering (KoSSE)

24.05.2013

Der Kompetenzverbund Software Systems Engineering KoSSE (http://kosse-sh.de/) lädt zum 4. großen Jahrestreffen ein. Inhaltlicher Schwerpunkt ist in diesem Jahr die Qualitätssicherung von Softwaresystemen.

Datum: 05. Juni 2013
Ort: media docks, Willy-Brandt-Allee 31a, 23554 Lübeck

Agenda

12:00 Uhr Empfang beim Mittagsimbiss
13:00–14:00 Uhr: Vortragsblock I
13:00 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Martin Leucker, Univeristät zu Lübeck
13:15 Uhr Grußworte
Bernd Saxe, Bürgermeister Lübeck
Dr. Hartmut Euler, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie Schleswig-Holstein
13:45 Uhr Keynote
Beauty is Only Skin-Deep – Zur Qualität von Software-Oberflächen
Prof. Dr. Kurt Schneider, Leibniz Universität Hannover
14:45 Uhr Modellbasiertes Performance-Testen modernisierter Software
Prof. Dr. Wilhelm Hasselbring (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Andre van Hoorn (Universität Stuttgart), Eike-Christian Schulz (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
15:15 Uhr Kaffeepause
15:45–17:15 Uhr: Vortragsblock II
15:45 Uhr SoftwareQS unter dem Aspekt des Risikomanagements
Jan Setzer, ESN EnergieSystemeNord GmbHQualität durch Verifikation
Prof. Dr. Martin Leucker, Universität zu Lübeck

Qualitätsmarathon – nehmen Sie es sportlich
Markus Manleitner, Dräger Medical AG, Vorsitzender des VDI-Fachausschusses „Softwarequalität in der Medizintechnik“

17:15 Uhr Networking am Fingerfood-Buffet

 

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Vorträge und Referenten des KoSSE-Tages 2013

24.05.2013

Informationen zu Vorträgen und Referenten des 4. KoSSE-Tages am 05. Juni 2013 mit dem Schwerpunktthema Software-Qualitätssicherung.

Prof. Dr. Kurt Schneider (Leibniz Universität Hannover): Beauty is Only Skin-Deep – Zur Qualität von Software-Oberflächen, 13:45-14:45 Uhr

Einer der wichtigsten Qualitätsaspekte von Software ist nach wie vor ihre Bedienbarkeit. Die Oberfläche bietet nicht nur Zugang zu den Funktionen eines Programms, sie vermittelt auch den ersten Eindruck vom Produkt. Hängt die Qualität einer Oberfläche also nur von ihrer ästhetischen Aufmachung ab? Wohl kaum, denn „Beauty is only skin-deep“ wie das Sprichwort sagt.

In dem Vortrag wird die Qualität von Software-Oberflächen an den Anforderungen gemessen, die für sie erhoben wurden. Dabei spielt immer die allgemeine Bedienbarkeit (Usability) als Qualitätsaspekt eine Rolle. Ebenso wichtig sind aber die speziellen, individuellen Anforderungen der Kunden. Was kann man eigentlich an einer Oberfläche gestalten, welche Art von Anforderungen kann man also erheben? Und wie testet man, ob Anforderungen an eine GUI auch tatsächlich erfüllt wurden? Der Beitrag zeigt an ausgewählten Beispielen, dass die Softwarequalität von Oberflächen tief in die Entwicklung eingreift und durchaus unter die Haut geht.

Biographie

Prof. Dr. Kurt Schneider hat Informatik in Erlangen studiert und an der Universität Stuttgart in Software Engineering promoviert. Er war als Postdoktorand am Center for Life Long Learning and Design (L3D) der University of Colorado at Boulder. Von 1996 bis 2003 war Schneider am DaimlerChrysler-Forschungszentrum in Ulm beschäftigt und hat dort Projekte mit Unternehmensbereichen durchgeführt. Er war auch Leiter des Software Experience Center (SEC)-Projekts mit einem internationalen Firmenkonsortium. Seit 2003 ist Kurt Schneider Lehrstuhlinhaber für Software Engineering an der Leibniz Universität Hannover. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Requirements Engineering und Softwarequalität.


Prof. Dr. Wilhelm Hasselbring und Eike-Christian Schulz (Christian-Albrechts-Universität Kiel) mit André van Hoorn (Universität Stuttgart): Modellbasiertes Performance-Testen modernisierter Software, 14:45-15:15 Uhr

Im Rahmen des kürzlich abgeschlossenen KoSSE-Projekts DynaMod wurde ein Ansatz zum modellbasierten Performance-Testen modernisierter Software entwickelt: Basierend auf Anwendungsfallbeschreibungen für Alt- und Neusystem werden (i) Benutzungsmodelle durch dynamische Analyse aus der Produktionsumgebung extrahiert und (ii) in Lasttestmodelle transformiert, welche (iii) durch entsprechende Werkzeuge automatisiert ausgeführt werden. In diesem Vortrag stellen wir den entwickelten Ansatz vor und geben einen Ausblick auf geplante Anschlussarbeiten.

Biographie

Prof. Dr. Wilhelm Hasselbring lehrt und forscht am Institut für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und ist dort auch Dekan der Technischen Fakultät. Seine Fachgebiete sind Software Engineering und verteilte Systeme. Seit 2009 engagiert er sich als Sprecher der Kieler Projekte des Kompetenzverbundes Software Systems Engineering (KoSSE). Er ist Mitglied in der Gesellschaft für Informatik, dort u. a. Sprecher der Fachgruppe Softwaretechnik und im Leitungsgremium der Fachgruppe Softwarearchitektur. In der Weiterbildung engagiert er sich u.a. als Leiter der User Group Softwarearchitektur in den Softwareforen Leipzig.
André van Hoorn ist seit Anfang 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Software-technologie (ISTE) der Uni Stuttgart. Zuvor war er an den Unis in Oldenburg und Kiel tätig (Software Engineering); in Kiel zuletzt im vom BMBF geförderten KoSSE-Projekt DynaMod (Dynamische Analyse für modellgetriebene Software-Modernisierung). André van Hoorn interessiert sich für modellbasierte und modellgetriebene Ansätze in den Bereichen Software Performance Engineering (z.B. Monitoring, Modellierung, Vorhersage, Testen) und Software Reengineering (z.B. Modellextraktion durch dynamische Analyse).

Eike-Christian Schulz ist Diplomstudent an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Von 2010 bis 2012 war Eike als studentische Hilfskraft in der Arbeitsgruppe Software Engineering tätig; u.a. in den Projekten DynaMod und CloudMIG. Seine Forschungsinteressen umfassen insbesondere Cloud Computing und modellbasiertes Software-Performance-Testen. In letzterem Bereich wird er sich auch in seiner in Kürze beginnenden Diplomarbeit beschäftigen.


Jan Setzer (ESN EnergieSystemeNord GmbH): SoftwareQS unter dem Aspekt des Risikomanagements, 15:45–16:15 Uhr

Entwicklungsabteilungen sind bestrebt, fehlerfreie und fehlertolerante Software „in time and budget“ zu liefern. Unternehmensführungen verfolgen das Primärziel, die Existenz des Unternehmens nachhaltig zu sichern und auszubauen. Aus der Managementsicht steht weniger die technische oder fachliche Perfektion einer Softwarelösung im Vordergrund als vielmehr die ökonomische Nachhaltigkeit.
Ausgereifte Produkte und Erstellungsprozesse dienen zweifelsohne auch diesem Unternehmensziel, erfordern aber einen erheblichen Einsatz an Personal und Zeit. Zu hoher Einsatz und auch Mängel im Produkt- oder Prozessbereich können den Unternehmenszielen zuwider laufen und sich sogar existenziell auswirken.

Aus dieser praxisüblichen Spannungslage heraus entsteht die Nachfrage nach Methoden zur Auswahl und Priorisierung geeigneter QS-Maßnahmen, bei denen Kosten und Nutzen im Sinne der Unternehmensziele in angemessener Relation stehen. Stünden uns derartige Methoden zur Verfügung, könnten wir den Ressourceneinsatz innerhalb des Entwicklungs-teams und insbesondere vor kritischen Meilensteinen optimieren.

Risikomanagement beinhaltet derartige Methoden. Diese sind nicht nur auf die Kern- und Unterstützungsprozesse der Softwareentwicklung, sondern darüber hinaus auf einzelne, konkrete QS-Anforderungen anwendbar. Eine Risikobewertung führt zu einer zusätzlichen Transparenz-Ebene, die nicht mehr rein fachlich-technologisch fokussiert ist, sondern das unternehmerische Denken fordert und fördert.
Durch diese zusätzliche Perspektive können Führungskräfte und QS-Verantwortliche neue, andere Steuerungsmöglichkeiten erkennen und einsetzen, die sowohl kurzfristig zu einer Kapazitätserweiterung führen können, als auch langfristig die Unternehmensziele stützen.

Biographie

Wirtschaftsinformatiker (BA) Jan Setzer, Jahrgang 1972, ist seit über 15 Jahren für unterschiedliche Software-Hersteller und Systemhäuser tätig. Er besitzt branchen-übergreifende Erfahrung aus IT-Projekten und Software-Produktentwicklungen für die Wirtschaft und für den öffentlichen Dienst. In seiner jetzigen Position als Leiter des SoftwareLab der ESN EnergieSystemeNord GmbH gehört das Aufgreifen von Ideen aus bestehenden und neuen Marktbereichen und die Koordinierung des Werdegangs vom Research über Prototypen bis hin zu serienreifen Produkten zu seinen Kernaufgaben.


Prof. Dr. Martin Leucker (Universität zu Lübeck): Qualität durch Verifikation, 16:15–16:45 Uhr

Im Rahmen des Vortrags wird die Qualitätssicherung des Softwareentwicklungsprozess durch die Anwendung von Verifikationstechniken erläutert. Motiviert durch die Verwendung von Software insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen wie der Medizin werden aktuelle industrietaugliche Entwicklungen vorgestellt. Ferner wird auf den Zusammenhang zwischen Verifikation und Zertifizierung eingegangen.

Biographie

Martin Leucker ist der Direktor des Instituts für Softwaretechnik und Programmiersprachen an der Universität zu Lübeck. Nach dem Studium der Mathematik und Informatik an der RWTH Aachen promovierte er dort anschließend in der Informatik. Martin Leucker habilitierte sich in 2007 an der TU München im Bereich des Software und Systems-Engineering und arbeitete als Professor für Theoretische Informatik und Softwarezuverlässigkeit. In 2010 wurde er an die Universität zu Lübeck berufen und leitet seitdem das Institut für Softwaretechnik und Programmiersprachen. Martin Leucker ist Autor von über 85 begutachteten Konferenz- und Zeitschriftenveröffentlichungen zu den Themen Software Engineering, Formalen Methoden und Theoretische Informatik. Ferner ist er Lübecker Sprecher des Kompetenzzentrums Software Systems Enginieering (KoSSE).


Markus Manleitner (Dräger Medical AG): Qualitätsmarathon – nehmen Sie es sportlich, 16:45–17:15 Uhr

In seinem Vortrag “Qualitätsmarathon – nehmen Sie es sportlich” eröffnet Markus Manleitner neue Perspektiven auf das Thema Software-Qualität. Nach über zehn Jahren Berufserfahrung in diesem Themenumfeld kommt er zu der Erkenntnis, dass sich sehr viele Unternehmen beim Thema Qualität auf das Testen beschränken und allenfalls noch über den Einsatz von Werkzeugen nachdenken. Das ganzheitliche Bild, was Qualität ausmacht und mit welcher Strategie das Unternehmen die gesetzten Ziele erreichen möchte, bleibt unklar.
Mit teils verblüffenden Analogien zwischen der sportlichen Herausforderung und dem wirtschaftlichen Erfolg fordert Manleitner dazu auf die Herausforderungen des Qualitätsmarathons anzunehmen.

Biographie

Markus Manleitner kann auf mehr als zehn Jahre Erfahrung im Bereich Softwaretest und -Qualität zurückblicken und arbeitet derzeit im streng regulierten Umfeld der Medizintechnik bei der Dräger Medical AG. Als Vorsitzender des VDI-Fachausschuss “Softwarequalität in der Medizintechnik” fördert er den Austausch zahlreicher Medizinproduktehersteller über die Auslegung von Normen und Standards sowie die Erstellung von VDI-Richtlinien zur Verbesserung der Softwareentwicklungsprozesse für sicherheitskritische Software.